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GABI DZIUBA / TERESA ITEN o.T., 1991/2019

GABI DZIUBA / TERESA ITEN

o.T., 1991/2019

GABI DZIUBA / TERESA ITEN o.T., 1991/2019 Rahmungsbeispiel (Rahmen nicht incl.)

GABI DZIUBA / TERESA ITEN

o.T., 1991/2019 
Rahmungsbeispiel (Rahmen nicht incl.)

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    Rahmungsbeispiel (Rahmen nicht incl.)


GABI DZIUBA / TERESA ITEN

o.T., 1991/2019
30 x 44 cm (Druck)
38 x 52 cm (Blatt)
Fine-Art Print auf Archival Inkjet Hahnemühle PhotoBaryta 350g

Edition: 20 (6 A.P., 2 P.P.)

800,- €

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Die Geschichte unserer neuen Edition beginnt vor 30 Jahren als Gabi Dziuba Teresa Iten bat, Aktfotos von ihr aufzunehmen. Der uns vorliegende Rückenakt, gebettet auf eine mit hellem Samt kaschierten Matratze vor einem um 90 Grad gedrehten Kippenberger-Gemälde, ist ein Resultat der Fotosession von damals.

Rückenfiguren in der Malerei gibt es in facettenreicher Variation von Velazquez „Venus vor dem Spiegel“ bis zu Ingres „Großen Odaliske“. Letztere kommt uns unmittelbar in den Sinn beim Betrachten der elegant dahingegossenen Schönen vor dem bildraumfüllenden Kippy, der selbstironisch als Adonis mit Bauchansatz in Feinrippunterhosen posiert. Genau genommen handelt es sich hier ja um ein Doppelportrait, eventuell sogar das eines Paares, das zumindest in räumlich komplizierten Verhältnissen zusammen lebt. Es ist das Zusammenspiel der beiden Personen, das uns in eine komplexe und spannende Bilderzählung zieht. Die Pose der jungen Frau, die von der Kunstgeschichte (und ihrem notorisch männlichen Blick) inspiriert scheint, ihre Rolle als Betrachterin eines männlichen Selbstportraits, dazu die komplexe Bildkomposition, die erst nach einigem Einsehen klar wird.

Und gerade dieses Ungereimte des Szenarios leitet den Perspektivwechsel auf die zeitgenössische Kunst ein, die in jener Zeit noch nicht derart populär war, dass sie zum Lebensstil gehörte wie heute. Eine 1989 auf der ersten Art Frankfurt bei Juana di Aizpuru gezeigte Reihe von Selbstporträts Martin Kippenbergers begeisterte Gabi Dziuba. Mit geliehenem Geld erstand sie eines davon. Das große Bild passte gerade mal ebenso in ihre Münchner Neubauwohnung. Längst hat es seine Besitzerin gewechselt und erzielte vor nicht allzu langer Zeit einen Rekordpreis. Das Foto ist somit nicht nur ein Ausdruck eines außergewöhnlichen privaten Ästhetizismus und vorausschauender Kennerschaft der beiden Schöpferinnen, sondern gleichzeitig ein faszinierendes Dokument der jüngsten Kunstgeschichte.

Gabi Dziuba (Studium an der Hochschule für Gestaltung Pforzheim und an der Akadenie der Künste München) entwirft und fertigt ausgehend von prosaischen Alltagsgegenständen aus ihrer Umgebung und Lebensgeschichte Schmuck. Seit 2009 unterhält sie in Berlin eine Werkstatt mit Showroom und zeigt eigene Arbeiten, sowie Objekte, die in Kooperation mit anderen namhaften KünstlerInnen entstanden sind. Ihre Werke waren u.a. in der Galleria Civica di Modena (mit Christian Philipp Mueller), dem Neuen Museum Nürnberg (mit Hans-Jörg Mayer) oder dem Gemeentemuseum Den Haag (mit Günther Förg) ausgestellt.

Teresa Iten (Schule für Gestaltung in Zürich, Studium an der Akademie der Bildenden Künste München) lebt und arbeitet in Berlin. Sie zeichnet, macht Konzepte, Fotos und Gestaltungen für Musiklabels und Buchverlage, es entstanden Video Dokumentationen im Umfeld der Berliner Echtzeitmusikszene für Sven-Åke Johansson, dem Composer/Performer Ensemble Femmes Savantes, Alessandro Bosetti u.a.

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