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Friederike Feldmann


1962 in Bielefeld, lebt in Berlin, seit 2012 Professorin für Malerei an der Kunsthochschule Berlin Weißensee
Bochumer Notizen (groß)
acht Unikate
Lichtbeständige Tusche auf Papier
102 x 72 cm
je 2200 €
Anfrage 

Bochumer Notizen (klein)
acht Unikate
Lichtbeständige Tusche auf Papier
51 x 36 cm
je 980 €
Anfrage
Bochumer Notizen
Wandfarbe, Tusche
ortsspezifische Installation
Größe variabel (hier: ca. 380 x 60 cm), offene Edition
je 2200 €

Die Wandarbeit “Bochumer Notizen” wird bei Bestellung in situ neu angefertigt. Der Preis der Wandarbeit versteht sich zuzüglich Reise- und Materialkosten. Die Anbringung von mehreren “Bahnen” des Werks ist ausdrücklich möglich – in diesem Fall erhöht sich der Preis um 2200 € je weiterer “Bahn”. 

Anfrage

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Für Friederike Feldmann (geb. 1962 in Bielefeld, lebt in Berlin, seit 2012 Professorin für Malerei an der Kunsthochschule Berlin Weißensee) sind Kunsthandwerk und die Arbeiten anderer Künstler*innen wichtige Inspirationsquellen für ihre eigene Kunst. Dabei imitiert und simuliert sie, z.B. die Komposition und den künstlerischen Duktus bekannter Werke oder sie täuscht Plastizität vor, wo nur Fläche ist. In einer Reihe von neueren Bildern, Wandarbeiten und auch im Fall der für Provinz entstandenen Unikatreihe bildet jetzt Schrift den Bezugsrahmen. Der Surrealist André Breton hat mit dem Schriftsteller Philippe Soupault den Begriff der "écriture automatique" in die Kunst eingeführt und sie als einen Vorgang beschrieben, bei dem das Schreiben dem Denken unzensiert folgt, ihm gleichsam hinterherläuft: ein "Denkdiktat ohne jede Kontrolle der Vernunft". Friederike Feldmann geht noch weiter: „Ich wollte die Schrift vom sprachlichen Inhalt lösen“, erklärt sie. „Ich habe mir das einfach vorgestellt, mal etwas ohne Bedeutung zu schreiben, doch das war es nicht, weil wir immer eine sprachliche Absicht verfolgen. Dann habe ich mich in einen halbbewussten Schreibzustand versetzt; in der Psychoanalyse heißt das freischwebende Aufmerksamkeit. Die Schreibbewegung, die wir ja alle lernen, ist tatsächlich meine Handschrift.“ (1) Ihre in Rot, Orange oder Grün „flott“ auf weißen Grund gesetzten Linien erinnern an benutzte Notizblöcke, deren Kurzlebigkeit die in Trompe l´oeil ausgeführten Abrissspuren unterstreichen. Der Betrachter bleibt versucht, sie zu entziffern, obwohl es sich hier doch nur mehr um das energetische Konzentrat, sozusagen den Gestus, des Schreibvorgangs handelt.

Bei Provinz erscheinen jeweils 8 Unikate in den beiden Größen 51 x 36 cm und 102 x 72 cm. Die Arbeiten werden zusammen mit einer in situ entstandenen Wandarbeit in Bochum ausgestellt. Die Ausstellung ist ab dem 20. Februar 2020 durch die Schaufenster des Provinz Showrooms zu sehen. Sobald die gesetzlichen Regelungen wieder den Besuch von Galerien ermöglichen, informieren wir Sie umgehend über Öffnungszeiten und Besuchsmöglichkeiten unter Einhaltung der Corona-Schutzregeln.

Ort: PROVINZ Showroom, Schmechtingstraße 38 44809 Bochum

Zeit: 20.02.2021 bis Ende März

(1) aus newsletter art-in-berlin, Wort, Schrift, Bild: Natalie Czech und Friederike Feldmann im KINDL, „Spuren un Handschriften“ von Urszula Usakowska-Wolff (https://www.art-in-berlin.de/incbmeld.php?id=5127, 02.02.2020)

Fotos: Ludger Paffrath (Werke), Daniel Sadrowski (Ansichten)


For Friederike Feldmann (born in Bielefeld in 1962, lives in Berlin, professor of painting at the Weißensee art academy in Berlin since 2012), the art and works of other artists are an essential source of inspiration for her own work. Here, she imitates and simulates the composition and characteristic styles of renowned works of art, for example, or affects plasticity where there is but a flat surface. In a series of more recent paintings and murals that include the unique series created for Provinz, writing now provides the frame of reference. Surrealist André Breton and writer Philippe Soupault introduced the term écriture automatique to the art world, describing it as a process in which the written word follows thought, chasing after it, so to speak, without censorship: a “dictatorship of thought in which reason has no control”. Friederike Feldmann takes this concept one step further. “I wanted to separate writing from its linguistic content,” she explains. “I thought it would be easy to write something that didn’t have meaning, but it wasn’t, because we always pursue a linguistic purpose. Then I put myself in a semi-conscious state, similar to the concept of free-floating attention in psychoanalysis, and started writing. The movements I make when writing – movements we all learn – is my actual handwriting.” (1) The red, orange and green lines she has “dashed” onto the white background are reminiscent of used notebooks, the transient nature of which is emphasised by the trompe l’oeil tears. The observer is tempted to decipher these lines, even though this is “merely” the energetic concentrate, an expression, as it were, of the writing process.

Provinz has published 8 unique paintings, each of which are available in the sizes 51 x 36 cm and 102 x 72 cm. The works are exhibited in Bochum alongside a mural designed in situ.

Exhibition: PROVINZ Showroom, Schmechtingstraße 38 44809 Bochum, from February 20th, 2021

Photographs: Ludger Paffrath (Works), Daniel Sadrowski (Views)

Website der Künstlerin: friederikefeldmann.de