Kalin Lindena
Franz Ackermann
Das ; gehen
Ausstellung bis 26. April
Der Titel der Ausstellung Das ; gehen trifft – nicht zuletzt in seiner orthografischen Besonderheit – die Gemeinsamkeiten im doch so unterschiedlichen Werk der beiden Künstler:innen Lindena und Ackermann. Beide haben eine Professur für Malerei an der Staatlichen Akademie in Karlsruhe inne und beschäftigen sich in ihren jeweiligen Arbeiten mit Motiven der Bewegung, des Reisens und der Begegnung.
Kalin Lindena (*1977) ist eine geübte Beobachterin des urbanen Raumes und seiner natürlichen Begebenheiten. Hier entnimmt sie en passant Fundstücke oder greift Stimmungen auf, die in ihren Bildern und Skulpturen verarbeitet werden. Gestische und tänzerische Bewegungen kennzeichnen auch ihre für unsere Ausstellung entstandenen amorphen, leichten Wandarbeiten. Auf ihren „Shapes“ erscheinen häufig schattenhaft, flüchtige Linienzeichnungen. Sie wirken wie Notizen, die uns erinnern möchten oder wie Irritationen, der ansonsten monochromen Oberflächen.
Franz Ackermann (*1963) versteht die Reise als Wirklichkeitsaneignung durch Bewegung. In der für Provinz entstandenen neue Druckserie, die aus einer vorangegangenen Malereiserie hervorgegangen ist, verbindet er hier wie dort kartographische und malerische Elemente mit Nachrichtenbildern oder kunsthistorischen Ikonen zu den für ihn typischen, farbintensiven Geflechten. Mit jeder „Bewegung“ erzielt der Künstler neue Kaleidoskop artige Konstellationen, die bestehende Beziehungen und inhaltliche Interpretationen sichtbar machen und weitere provozieren. Themen, die er dabei untersucht sind etwa die fortschreitenden Auswirkungen der Globalisierung auf urbane Strukturen, u.a. durch wachsende Mobilität und durch Massentourismus. Ackermann und Lindena belegen in ihrer gemeinsamen Ausstellung, dass die kulturelle Figur der Flaneurin / des Flaneurs nichts von der ästhetischen und gesellschaftlichen Relevanz eingebüßt hat, die ihr seit Beginn der modernen Kunst zugeschrieben wird.
Kalin Lindena (lebt und arbeitet in Berlin und Karlsruhe), studierte an der Hochschule für Bildende Künste in Braunschweig bei Hartmut Neumann, Johannes Brus und Walter Dahn. Seit 2014 ist sie Professorin an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe. Ihre künstlerische Laufbahn begann als Graffiti-Sprayerin. Ihr Werk umfasst Malerei, Installationen, Skulpturen, Fotografie, Video und performative Aktionen. Ihre Werke wurden mehrfach ausgezeichnet, darunter der Kunstpreis Mannheimer Kunstverein (2017), der Sprengel-Preis für Bildende Kunst (2010) und der Villa-Romana-Preis (2009). 2024 widmet die Städtische Galerie Karlsruhe ihr eine Einzelausstellung mit begleitendem Katalog unter dem Titel „Schatten von Wind“.
Franz Ackermann (lebt und arbeitet in Berlin und Karlsruhe) studierte an der Akademie der Bildenden Künste in München und an der Hochschule für Bildende Kunst Hamburg bei Bernhard Blume. Ein DAAD-Stipendium ermöglichte ihm 1991 einen Studienaufenthalt in Hongkong, der den Beginn seiner zahlreichen Reisen und damit der künstlerischen Inspiration für seine „Mental Maps“ markierte. Seit den 1990er Jahren ist er als Maler, Grafiker und Installationskünstler international etabliert . 2001 wurde er Professor für Malerei an der Kunstakademie Karlsruhe. Seine Werke wurden in zahlreichen Ausstellungen präsentiert u.a. in der Berlinischen Galerie, im Faena Arts Center Buenos Aires und sind in bedeutenden Sammlungen wie dem ZKM Karlsruhe, MoMA New York und der Saatchi Collection London vertreten.
The exhibition title, "Das ; gehen" (The; going), aptly captures—not least in its orthographic peculiarity—the commonalities in the otherwise very different works of the two artists, Lindena and Ackermann. Both hold professorships in painting at the State Academy in Karlsruhe and explore themes of movement, travel, and encounter in their respective works.
Kalin Lindena (born 1977) is a practiced observer of urban space and its natural features. She casually collects found objects or captures moods that she then incorporates into her paintings and sculptures. Gestural and dance-like movements also characterize her amorphous, lightweight wall pieces created specifically for this exhibition. Her "Shapes" often feature shadowy, fleeting line drawings. They appear like notes meant to remind us or as disruptions to the otherwise monochrome surfaces.
Franz Ackermann (born 1963) understands travel as an appropriation of reality through movement. In his new print series for Provinz, which evolved from a previous series of paintings, Ackermann combines cartographic and painterly elements with news images and art historical icons to create his signature, intensely colorful networks. With each "movement," the artist achieves new, kaleidoscopic constellations that reveal existing relationships and interpretations, while also provoking further exploration. Themes he examines include the progressive effects of globalization on urban structures, driven in part by increasing mobility and mass tourism. In their joint exhibition, Ackermann and Lindena demonstrate that the cultural figure of the flâneuse has lost none of the aesthetic and social relevance attributed to it since the beginning of modern art.
Kalin Lindena (lives and works in Berlin and Karlsruhe) studied at the Braunschweig University of Art under Hartmut Neumann, Johannes Brus, and Walter Dahn. Since 2014, she has been a professor at the Karlsruhe State Academy of Fine Arts. Her artistic career began as a graffiti artist. Her work encompasses painting, installations, sculptures, photography, video, and performance art. Her work has received numerous awards, including the Mannheim Art Association Art Prize (2017), the Sprengel Prize for Fine Arts (2010), and the Villa Romana Prize (2009). In 2024, the Karlsruhe Municipal Gallery dedicated a solo exhibition to her, accompanied by a catalog, entitled "Shadows in the Wind."
Franz Ackermann (lives and works in Berlin and Karlsruhe) studied at the Academy of Fine Arts in Munich and at the Hamburg University of Fine Arts under Bernhard Blume. A DAAD scholarship enabled him to study in Hong Kong in 1991, which marked the beginning of his extensive travels and thus the artistic inspiration for his "Mental Maps." Since the 1990s, he has been internationally established as a painter, graphic artist, and installation artist. In 2001, he became Professor of Painting at the Karlsruhe Academy of Fine Arts. His works have been presented in numerous exhibitions, including at the Berlinische Galerie and the Faena Arts Center Buenos Aires, and are represented in important collections such as the ZKM Karlsruhe, MoMA New York, and the Saatchi Collection London.
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