Olivia Berckemeyer
geboren 1968 in München, lebt in Berlin
Porzellan, schwarz glasiert
38 x 15,6 x 5 cm (BxHxT)
Auflage: 20 Exemplare
1.300 €
︎ Anfrage / request

Olivia Berckemeyer ist vor allem für ihre Bronzearbeiten bekannt, die unter anderem historische Ereignisse thematisieren. Ein bronzenes Segelschiff beispielsweise verweist auf die spektakuläre Rettung des Polarforschers Ernest Shackleton und seiner Mannschaft, deren Dreimaster „Endurance“ 1915 im Packeis einfror, auseinanderbrach und rund hundert Jahre später wiederentdeckt wurde.


Berckemeyer interessiert sich ebenso für alltägliche Dinge – das unverzichtbare Handy, Handtaschen, Schuhe oder auch achtlos Weggeworfenes. Letzteres war die Inspirationsquelle für ihre ersten aufwendig in feines Porzellan gegossene Arbeiten. Der gesamte Herstellungsprozess stellt stets eine handwerkliche Herausforderung dar, insbesondere um die Besonderheiten der Oberflächen in den Abformungen zu bewahren. Es geht der Künstlerin nicht darum, den Gegenständen einen Kunststatus zu verleihen. Vielmehr führen uns Olivia Berckemeyers Verfremdungen oder Veredelungen aus Porzellan unser fatales Konsumverhalten auf elegante Weise vor Augen; meist sind sie schlicht in reinem Weiß oder tiefem Schwarz gehalten.
Wie das Konsumverhalten benötigen auch gefährdete Wildtiere in unseren Städten unsere gezielte Aufmerksamkeit, denn Artenreichtum ist eine Grundlage unserer Lebensqualität. Mit ihrer „Fledermaus“ aus Porzellan in einer Auflage von 20 Exemplaren lenkt Olivia Berckemeyer die Aufmerksamkeit auf ein besonders anpassungsfähiges Tier, das auf allen Kontinenten mit Ausnahme der Antarktis vorkommt. Mit über 1000 Arten ist sie das einzige Säugetier, das aktiv fliegen kann. Nur die wenigsten Arten ernähren sich von Blut – ein Umstand, der jedoch ihr unheimliches Image geprägt hat. In der westlichen Kunst symbolisiert die Fledermaus oftmals Nacht, das Enigmatische und den Tod. Der Kupferstich „Melencolia I“ (1514) sowie eine eigenständige Aquarellstudie (1522) von Albrecht Dürer, mit denen sich die Künstlerin – die an den Akademien in Nürnberg und Düsseldorf studiert hat – bereits früh intensiv auseinandergesetzt hat, sind nur zwei von vielen Beispielen für die anhaltende Faszination der Kunst für die Fledermaus bis heute: „I am vengeance! I am the night! I am Batman!“


Olivia Berckemeyer is best known for her bronze works, which often address historical events. A bronze sailing ship, for instance, alludes to the dramatic rescue of polar explorer Ernest Shackleton and his crew; their three-masted vessel, the Endurance, became trapped in pack ice and broke apart in 1915, only to be rediscovered roughly a century later.
Berckemeyer is equally interested in everyday objects—the indispensable mobile phone, handbags, shoes, or even items carelessly discarded. The latter served as the inspiration for her first works, which were intricately cast in fine porcelain. The entire production process is geared toward preserving the distinctive surface details within the casts. The artist’s aim is not to elevate these objects to the status of art; rather, Olivia Berckemeyer’s porcelain reinterpretations—whether through defamiliarization or refinement—elegantly hold a mirror up to our destructive consumer habits. They are typically rendered in simple, pure white or deep black.


Just as our consumption habits demand scrutiny, so too do the endangered wild animals living in our cities; after all, biodiversity is fundamental to our quality of life. With her porcelain "Bat"—produced in a limited edition of 20—Olivia Berckemeyer highlights a remarkably adaptable creature found on every continent except Antarctica. Comprising over 1,000 species, bats are the only mammals capable of true flight. Very few species feed on blood—a fact that has nonetheless shaped their eerie reputation. In Western art, the bat frequently symbolizes the night, the enigmatic, and death. The engraving *Melencolia I* (1514) and an independent watercolor study (1522) by Albrecht Dürer—works the artist (who studied at the academies in Nuremberg and Düsseldorf) engaged with intensively early on—are just two of many examples of art’s enduring fascination with the bat to this day: “I am vengeance! I am the night! I am Batman!”